Nach nun mehreren Jahrzehnten erfolgreicher Kartoffelproduktion haben wir uns entschlossen, eine neue, nachhaltigere Kultur zu produzieren. Nach langer Überlegung und Planung konnten wir uns schließlich nur für eine Pflanze entscheiden –> Industriehanf.

Hanf wird schon seit Jahrtausenden angebaut und benutzt und ist leider stark in Vergessenheit geraten. Bis vor knapp 50 Jahren befand sich noch die Hanf- Weltmarktbörse in der kleinen serbischen Stadt „Odzaci“. Der Anbau wurde Anfang der 1970er Jahren verboten, da der damalige Staat durch Sanktionen und Embargos in Richtung Öl und Raffinerieindustrie gedrängt wurde, um so „neue“ und „bessere“ also günstigere Produkte herzustellen, angefangen von Plastik bis hin zu Kleidung aus Rohöl.

Wir wissen heute, dass wir weg von diesem „Trend“ und der Wegwerfgesellschaft müssen, denn auf Dauer ist unser Konsum- und Verbrauchverhalten nicht tragbar für den Planeten Erde. Daher wollen wir eine neue Alternative aufzeigen.

Meine Großmutter schwelgte immerzu gerne zu den „alten Zeiten“, wo damals fast jeder Haushalt mit Garten und Anbaufläche Industriehanf anbaute und die besten und langlebigsten Produkte herstellte und verkaufte. Angefangen von hoch qualitativen Kleidungsstücken (ich trage heute in 3ter Generation den Pullover aus Hanffaser meines Großvaters) bis hin zu Isolationsmaterial, ja sogar ganze Häuser wurden aus Hanf gebaut. Heute wissen wir zusätzlich, dass Hanf länger, reißfester und widerstandsfähiger als Baumwolle, Seide, Polyester, etc. ist. Gleichzeitig ist die natürliche Faser haltbarer, robuster und langlebiger als jede andere Faser.

Es gibt heute über 70.000 Produkte, die aus Hanf hergestellt werden. Das Erste Fließband-Auto der Welt, der Ford Model T, wurde zu über 30% aus Hanf gebaut. Bis heute werden Stoßstangen, Autoarmaturen und weitere Innenausstattungsteile aus Hanf hergestellt.

Wie wichtig Hanf war und ist, sehen sie unter den weiteren Fakten:
Die ersten archäologischen Beweise für die Verwendung von Hanf reichen bis 8.000 v. Chr. zurück: In Taiwan fanden Forscher Tonscherben mit zierenden Hanfschnüren. In Mesopotamien (heute Iran und Irak) entdeckten Archäologen in einem ähnlichen Zeitraum Spuren von Hanftüchern. Die ersten 4.000 Jahre der Hanfnutzung beschränkten sich fast ausschließlich auf China und Teile des Nahen Ostens – bis die Pflanze schließlich den Weg nach Indien fand. Im alten China (ca. 6.000 v. Chr.) nutzten die Menschen zum Beispiel Hanfsamen und Hanföl als Nahrungsquelle, stellten Textilien aus Hanf her und verwendeten ihn in der Kriegsführung (Bogensehnen aus Hanf). Außerdem erfanden die Chinesen das erste Papier, ebenfalls auf Hanfbasis.

Der Westen entdeckt den Hanf:
Im Jahr 1455 druckte Gutenberg seine erste Bibel auf Hanfpapier. 1492 entdeckte Kolumbus Amerika und nutzte dabei Schiffe, deren Segeltücher und Tauwerke aus Hanf bestanden. So brachte Kolumbus den Hanf nach Amerika. Damals musste jeder Siedler mindestens 10% Hanf von seiner gesamten Anbaufläche anbauen, um so jederzeit einen stetigen Hanfbestand zu gewährleisten – sogar die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 1776 wurde auf Hanfpapier geschrieben. Genauso wie die ersten Entwürfe der amerikanischen Verfassung. 1870 produzierte der nach Amerika ausgewanderte Levi Strauss die erste Jeans – natürlich aus Hanf.

Im 17. Jahrhunderte erlebte Hanf in Europa seinen vorläufigen Höhepunkt. Vor allem in der Seefahrt war Hanf nicht mehr wegzudenken: Von den Schiffsegeln über das Tauwerk bis zu den Seilen, Netzen, Flaggen und Uniformen – alles bestand aus Hanf! Für die Grundausstattung benötigte ein Schiff alle zwei Jahre etwa 50 bis 100 Tonnen Hanffasern. Bis ins 18. Jahrhundert gehörten Hanffasern neben Flachs, Nessel und Wolle zu den wichtigsten Rohstoffen der europäischen Textilindustrie.

Der Niedergang der Hanfnutzung:
Mit der Industrialisierung verlor Hanf an Bedeutung. Das Problem? Hanf konnte man zur damaligen Zeit nicht maschinell verarbeiten. Hanf war mühsame Handarbeit! Die Menschen entdeckten Rohstoffe, die billiger eingekauft und kostengünstiger weiterverarbeitet werden konnten – zum Beispiel Baumwolle. Baumwollmaschinen (“Cotton-Gin”) konnten Baumwolle bereits Anfang des 18. Jahrhunderts industriell verarbeiteten.
Deshalb revolutionierte Baumwolle die Textilherstellung. Auch Jute-Faser lief Hanf den Rang ab – es wurde in Indien zu Hungerlöhnen produziert und nach Europa importiert. Sogar die Papierindustrie fand einen damals „billigeren“ Rohstoff als Hanf: Das massenhaft verfügbare Holz dichter Wälder.

Auferstehung, Verbot & Verteufelung:
Erst 1938 wurde die erste automatische Hanfschälmaschine vorgestellt. Hanf erlebte einen Aufschwung, doch führende amerikanische Industrielle (allen voran William Randolph Hearst) fürchteten um ihr Monopol und initiierten eine wahre Hetze gegen das das zuvor als „grünes Gold“ verehrte Hanf. Diese Hetzkampagne mündete zunächst in einer Hanfsteuer, dann in einem Hanfanbauverbot. Gleichzeitig verlor Cannabis durch die Fortschritte der Pharmaindustrie seine führende Stellung als Medikament. In Europa waren bis 1950 über 100 Cannabismedikamente verfügbar – unter anderem um Krämpfe, Asthma, Schlafstörungen, Schmerzen, Depressionen und Appetitlosigkeit zu behandeln.
Infolge der US-amerikanischen Hanf-Prohibition geriet Hanf auf der ganzen Welt in Verruf – viele Länder verboten daher den Nutzhanf (oder heute Industriehanf genannt). Erst in den 90er Jahren lockerten viele Länder das Anbauverbot für Nutzhanf – und neue Hanfprodukte eroberten neue Märkte. Unter anderem wurden die Hanfsamen in den 90er Jahren wiederentdeckt und geschälte Hanfsamen verkauft.

Übrigens: Viele Länder nahmen das Hanfverbot zwischenzeitlich bereits im zweiten Weltkrieg zurück – denn die Soldaten benötigten die strapazierfähigen Uniformen aus Hanf. Im Deutschen Reich wurde 1942 zum Beispiel die “lustige Hanffibel” veröffentlicht, um für den Hanfanbau zu werben. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte man den „Kampf gegen Hanf“ trotzdem weiter fort.

Hanf in der Neuzeit:
Was bringt die Zukunft? Vermutlich setzt die wahrscheinlich älteste Nutzpflanze der Welt ihren globalen Siegeszug weiter fort und findet den Weg zurück in die breite Gesellschaft. Daher ist es unsere Mission, so viele Landwirte wie möglich zu animieren, Hanf anzubauen. Dieses Jahr haben wir uns als Ziel gesetzt, fast den gesamten Hanf-Rohstoff zu verkaufen. Wir wollen nachhaltige und ökologische Produkte herstellen und vertreiben. Unsere Endabsicht ist es 100% abbaubare und ökologische Plastikprodukte zu etablieren und so einen großen Schritt Richtung Green Planet zu machen.

Wir haben Ihr Interesse geweckt? Kontaktieren Sie uns gerne, wir sind immer auf der Suche nach strategischen und gleichdenkenden Partnern!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Lisaprodukt-Team!